Dienstag, 15. September 2015

Amorgos / Paros

Leichter Schlaf. Wachsam bleiben. Der Hahn und sein morgendlicher Ruf erinnern an meine frühe Fähre. Die offene Balkontür bringt die Stimme des Meeres ins Zimmer, sie will mich zum Bleiben überreden. Ich packe meinen roten Koffer und lasse mich mit dem Bus zum Hafen bringen. Meine grauen Freunde gefüllt mit Tränen hängen tief über Aegialis. Sie wissen über meinen Abschied.
Die große blaue Fähre schleicht sich wie ein Dieb in die Bucht und nimmt in ihren Bauch die Passagiere auf. Das Schiff fährt wieder ohne Ton aus dem Hafen. Ich stehe am Heck und winke meinen neu gewonnenen grauen Freunden zu. Schweren Herzens wird der Abstand größer und größer bis ich den Inselnordnen gut überschauen kann. Die Umrisse der Küste sind auch die Grenzen meiner grauen Geister. Erst auf offener See scheint im Osten die aufgewachte Sonne in zarten Farben der Orangepalette.
Ich drehe der Vergangenheit den Rücken zu und freue mich auf die Zukunft in Paros.


Der Charme der Franzosen
An Bord des Schiffes fand ich einen bequemen Fensterplatz. Ich breitete mich aus und genoss die Aussicht. Ein Franzose ungeduldig und unwirsch behauptete mein Platz sei sein Platz und meine neben mir stehende Tasche wurde wie der Blitz umgesetzt. Ich war empört. Eine Sekunde später entschuldigte er sich „Sorry“ und beharrte auf die Sitze vor mir. Er breitete seine Unhöflichkeit über diese Passagiere und dessen Gepäck in Windeseile aus. Ich holte meine Tasche zu Frauchen zurück. Ruhe kehrt wieder ein.

In der nächsten Station Donoussa findet sich wieder ein streitlustiger Franzose in meiner Nähe ein. Er winkt sein Ticket einer etwas verschlafenen Frau vor der Nase  und deutet in einer Unfreundlichkeit zum Quadrat, sie soll sofort und wenn möglich rasch den Platz räumen. Die Frau setzt ihre Lesebrille auf und möchte das Ticket des Herrn Franzosen lesen. Er möchte sich nicht in die Karte schauen lassen und wedelt wieder Unhöflichkeiten in die Luft. Ich befürchtete einen körperlichen Angriff auf die Frau. Er wurde in aller Ruhe durch die verschlafene Frau aufgeklärt, dass seine Plätze in der Reihe vor der ihren seien. Ein kurzes „Sorry“ zischte der Franzose.
Manieren und Charme der Franzosen schlummern im Maschinenraum neben dem Gepäck.

Hilfe! Hilfe!
In Paros angelegt, empfängt mich die Unkultur am Hafen. Mein Gepäck wird in einen Van geladen von einem ignoranten telefonierenden Griechen. „Kalimera. Ich bin die Kundin und dein Nabel der Welt.“ Nachdem das wichtige Gespräch mit dem Druck auf die rote Taste beendet wurde, lenkte er seine Aufmerksamkeit ungeteilt auf meine Person.

Am Beach Santa Maria in der Nordostseite der Insel, der sich leider zur Unkenntlichkeit verändert hat, gibt es in der Strandbar keinen Greek-Salat zu bestellen nur Burger aus dem Karton. Nein danken. Mein Café Frappé und eine tolle selbstgemachte Limonade mit Minze musste ich aus einem Plastikbecher mit Plastikstrohhalm trinken. Zur Rettung dieses Lokals, die Musik aus der Dose war vom Feinsten, gespielt über eine tolle Anlage.

Am Nachmittag am Sozius des Mopeds den Beach Lagkeri und Kolimpithres und der Ort Naoussa besucht und nicht wieder erkannt. Veränderungen müssen nicht immer eine Verbesserung darstellen. 


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