Dienstag, 8. September 2015

Schinoussa

Kalimera

Ein Segelboot schippert lautlos in die Bucht. Sein Dingi hinterher ziehend sucht es nach einem guten Anlegeplätzchen. Die Segel sind eingezogen der Windstille entsprechend. Die Entfernung zu mir verschluckt das Motortuckern. Es sind nur die Wellen zu hören, die sanft den nahe gelegenen Strand umspülen. Das Lied eines Singvogels dringt vertrauensvoll in mein Ohr.
Schluss mit Ruhe. Die Ankerkette des Segelbootes rattert in die blaue Tiefe. Eine Frau in einem messerscharfen deutschen Akzent schreit: „mehr Backbord“. Dieser charmanten schneidigen Stimme wird nicht widersprochen. Das Schiff gehorcht und dreht sich in den Befehl.
Ruhe kehrt wieder ein. Wasser höre ich. Ein fester Strahl schwemmt das Innere eines Kübels rein. Die Stille des jungen Tages findet sich wieder ein und wird durchbrochen vom Wellenrauschen und dem Gesang des kleinen Vogels.

Kalispera

Der alternde Tag taucht in ein helles Orange. Schritt für Schritt bewege ich mich einen staubigen Weg entlang. Das herannahende Auto zieht einen Sandschleier nach. Ich bedecke Mund und Nase mit einem Tuch um meine Atmung zu filtern. Der Weg ist gesäumt von einer hüfthohen Steinmauer. Das Land will eingezäunt sein und geschützt. Hinter der Begrenzung sind Steine, Sand, vereinzelte magere Olivenbäume, ein verstaubter Feigenbaum und vertrocknete Disteln. Das hohe ausgetrocknete Weideland wird von Schafen und Ziegen abgefressen. Was kann an diesem trockenen Zeug noch schmecken. Diese Tiere haben sich der Gegebenheiten angepasst und scheinen zufrieden ihr Abendessen zu genießen.

Das Orange des späten Tages wird dunkler. Ich gehe an einem Lagerplatz vorüber. Ein verrostetes Auto, gestapeltes Holz, Eimer, löchriges Metallbecken, Gänse, kleine Truthähne und, ich konnte es nicht fassen, zwei rosa und drei schwarze Schweinderl. Ja, natürlich. Warum nicht?

 



In Panagia angekommen setzten sich Müdigkeit, der tiefrote Abend und ich an einen Tisch und bestellen Wein und ein Abendessen.

Kali nichta

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