
Ich möchte noch einmal auf den Strand Agios Giorgios um ein paar Steine zur Erinnerung mitzunehmen. Der Koffer ist viel leichter geworden seit den vielen Tagen meiner Reise. Viele Bekleidungsstücke sind entsorgt, das Duschgel und die Bodylotion fast aufgebraucht. Ich habe 20kg-Freigepäck und die werden voll genutzt, auch mit Steinen.
Die graue Wolke hat im
Streit mit der Sonne um die Vorherrschaft des Seins gewonnen. Anziehen und in
die Chora fahren mit dem Moped auf einen Café Frappé. Ich kann den Regen
riechen. Meine Nase hat mich nicht getäuscht. Tropfen fallen vom Himmel. „Bitte
nicht zum Schütten anfangen, am Moped und auf diesen Straßen, ohne Helm.“ Ich
klammere mich an Robert und er bringt mich sicher zu einem kleinen Restaurant
an der Hauptstraße bei der Chora. 1001 Tropfen, das dürfte schon alles gewesen
sein, dafür ist der Wind stärker geworden.
Das Moped wird nicht mehr
gebraucht. Ich sitze am Balkon. Die Wellen kommen laut und in voller Aufregung
in den Hafen gepoltert. Ich denke leise an morgen. „Wind, Wellen, Fähre,
Verspätungen. Fort, fort, fort ihr bösen Gedanken. Schau ma amal wie es morgen
wird.“
Die einzige Tankstelle auf
dieser Insel ist ein Selbstbedienungsautomat. Diese Dinger sind immer eine
Herausforderung. Das Wichtigste ist es sich zu konzentrieren, den Text zu lesen
und ihn auch zu befolgen. Ich habe nicht sofort verstanden was genau bei
manchen Eingaben gemeint ist aber nach sechs Versuchen hat der siebente Anlauf
funktioniert. Kein Sprit für das Moped ist doch ein schwerwiegendes Problem. (Ehrlich:
der Tankstellenautomatenselbstbedienungskampf war gestern.)
Ein Katamaran will in die
Bucht von Alopronia fahren (nicht segeln). Ein kleines Motorboot kommt zur
Hilfe und gibt Anweisungen. Die Mannschaft am Kat sieht etwas ratlos und
zögerlich auf die Hafeneinfahrt. Der Lotse hilft und der Katamaran schafft das
Anlegemanöver bravourös. Ich kann die Szene gut mit meiner Kamera beobachten, Dank
dem Zoom. Es scheint mir jeder an Bord weiß seine Aufgaben und befolgt die
Anweisungen des Skippers. Ich habe mich sehr gefreut für das Boot, das nun in
Sicherheit ist. Die hohen Wellen waren für das Schiff sicherlich nicht lustig.
Segeln ist bei so viel Wind mehr Gefahr als geglaubt, wenn es sich jemand
überhaupt antut.




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