21.15
Uhr: Ich sehe ein Wetterleuchten. Die Wellen sind furchterregend zu hören, zum
Glück sehe ich sie nicht, es ist schon finster. Das Wetter bessert sich
erst übermorgen. Was bis dahin passiert weiß Zeus alleine.
Ein
älteres Ehepaar, geschätzt 70+/-, aus England, spielen auf ihrem Balkon laute
Pop-Musik, lesen im i-Book, telefonieren mit dem iPhone, haben ein Tabletts,
sind auf Facebook, verfolgen ihr Schiff im Internet, das heute NacHintert wegen
des starken Sturms starke Verspätung haben wird, hüpfen seit Tagen von einer
Insel auf die andere, die nächste Fähre heute Nacht, wenn Poseidon will, fahren
sie nach Ios. Die lassen mich ziemlich alt aussehen.
Auf
meiner Reise habe ich wieder feststellen müssen, dass Inselspringen in
Griechenland unmodern geworden ist. Auf Inseln, die etwas unbequemer zu
erreichen sind und auch nicht so bekannt, werden nur vom ältern Publikum
abgefahren. Die Alt-Hippies der 60iger Jahre sind unterwegs. Ich habe auf
meiner Tour genau sieben junge Frauen gesehen mit Rucksäcken. Was machen die
Burschen? Muss alles All inklusive sein? Kein Geld? Keine Lust etwas zu
entdecken oder kennen zu lernen? Eine seltsame Zeit. Ein gesellschaftliches
Phänomen.
Viel unterwegs sind Italiener und Franzosen, aber auch nicht das junge Publikum.
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