Montag, 21. September 2015

Sikinos / 2. Tageseintrag

21.15 Uhr: Ich sehe ein Wetterleuchten. Die Wellen sind furchterregend zu hören, zum Glück sehe ich sie nicht, es ist schon finster. Das Wetter bessert sich erst übermorgen. Was bis dahin passiert weiß Zeus alleine.

Ein älteres Ehepaar, geschätzt 70+/-, aus England, spielen auf ihrem Balkon laute Pop-Musik, lesen im i-Book, telefonieren mit dem iPhone, haben ein Tabletts, sind auf Facebook, verfolgen ihr Schiff im Internet, das heute NacHintert wegen des starken Sturms starke Verspätung haben wird, hüpfen seit Tagen von einer Insel auf die andere, die nächste Fähre heute Nacht, wenn Poseidon will, fahren sie nach Ios. Die lassen mich ziemlich alt aussehen.

Auf meiner Reise habe ich wieder feststellen müssen, dass Inselspringen in Griechenland unmodern geworden ist. Auf Inseln, die etwas unbequemer zu erreichen sind und auch nicht so bekannt, werden nur vom ältern Publikum abgefahren. Die Alt-Hippies der 60iger Jahre sind unterwegs. Ich habe auf meiner Tour genau sieben junge Frauen gesehen mit Rucksäcken. Was machen die Burschen? Muss alles All inklusive sein? Kein Geld? Keine Lust etwas zu entdecken oder kennen zu lernen? Eine seltsame Zeit. Ein gesellschaftliches Phänomen.
Viel unterwegs sind Italiener und Franzosen, aber auch nicht das junge Publikum.

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