Lesen im Bett und warten auf
Sonne. Sie kommt, trocknet die Böden auf und spendet Wärme.
Ein vierrädriges Motorbike
soll lustig sein. Im Design? Für den Fahrer? Für die Beifahrerin?
Akrotiri ist das Ziel. Diese
Ausgrabung nennt sich auch das Pompeii der Ägäis. Der Unterschied ist, dass
keine versteinerten Leichen gefunden worden sind. Akrotiri wird datiert mit
1.500 v.Chr. Die Stadt Akrotiri wurde ein Jahr vor dem großen Vulkanausbruch
verlassen. Es scheint mir, dass jemand etwas geahnt hat, berechnet hat, gefühlt
hat oder erraten hat. Die Ausgrabungsstätte ist überdacht. Ein Weg mit
Holzlatten weist den Besuchern den Weg und lässt sie teilweise auf die
Ausgrabung hinterschauen. Die Neugier lässt Robert in die tiefste Tiefe sehen.
Er konnte nichts sehen außer Sand und seine Sonnenbrille, die gerade im freien
Fall von der Kappe hinab gleitet und ins Ungewisse fällt.
Ich gehe zu einer Aufseherin
und frage ob das Bergen der Sonnenbrille meines Freundes ein Problem darstellen
würde. Sie gibt einem Kollegen eine Weisung und zu mir sagt sie ich solle ihm
nachgehen. Ich wackle dem Herren im blauen T-Shirt nach zum Ausgang.
Wahrscheinlich werde ich jetzt hinausgeworfen. Er spricht wieder mit einer anderen
Aufseherin, die im anscheinend eine Telefondurchwahl sagt. Es folgt ein
Telefonat. Im Anschluss daran eine Bitte an mich, ich soll hier warten. Ich
blättere einstweilen im Gästebuch und suche nach deutschen Eintragungen. Im
linken Augenwinkel sehe ich einen Mann flott gehen. Er ist sandfarben
angezogen, ein löchriges T-Shirt und Bauarbeiterschuhe. Ich sehe rasch zur
Aufseherin, sie deutet mir ich solle dem Sandmännchen folgen. Ich trabe rasch
hinter dem Mann her. Er ist wie ein Wiesel, sehr schnell. Er bahnt sich in
Windeseile einen Weg durch eine amerikanische Touristengruppe. Ich hinterher,
gleich habe ich ihn. „Sorry. Sorry. Sorry.“ Die Amis lassen mich durch, bei dem
Akzent gehöre ich sicherlich nicht zu ihnen. Ich erwische mit meinem Finger ein
Lock im T-Shirt vom Sandmann und ziehe an. Er dreht sich um. Ich lächle ihm
mitten ins Gesicht und deute mit dem Zeigefinger auf mich. Er: „Ahhhh.“ Ich
gehe zum Tatort, zeige ins Loch, er nickt. Robert hat sich den tiefsten Graben
ausgesucht. Er lächelt und steigt per Leiter in die Tiefe. Er kommt an, nimmt
die Sonnenbrille, steckt sie in seinen Ausschnitt und kommt wieder hoch. Ich
strahle über das ganze Gesicht. Da ist sie wieder. So viel Aufregung hat mich
vergessen lassen ein Foto zu schießen. Robert habe ich verloren.
Ich gehe durch
die Ausgrabungsstätte alleine und genieße die sehr alten Steine, Mauern, Töpfe,
Krüge, Wände, … Ich finde Robert wieder und er ist völlig überrascht, was alles
während unserer Trennung passiert ist und setzt sich die Sonnenbrille auf. Ich
mache eine Sonnenbrillen-Notiz im Gästebuch und bedanke mich nochmals recht
herzlich.
In Akrotiri wird das Problem
gelöst. Wäre diese Hilfsaktion in Carnuntum auch so problemlos gelaufen? Ich
habe keine Ahnung, vielleicht unterschätze ich Österreich und dessen Flexibilität.
Einen neuen Strand entdeckt
namens Leros-Beach. Noch nie gehört, noch nie gesehen, ich bin kein Neuling in
Thira, gut gefallen.
Einkaufsbummel in Kamari.
Letztes Abendessen in Fira.
Trotz Touristen-Buden wohin das Auge reicht ein schönes Lokal gefunden und eine
Kleinigkeit gegessen.
Der letzte Einkauf
Oliven-Schuhe, erstens weil ich die Farbe so gerne mag und zweitens Oliven
liebe.
Morgen muss ich nach Hause aber erst um 15.35 Uhr. Ein Frühstück in der Stadt, ein letzter Blick über den Krater, die Sonne im Gesicht genießen, die Feuchte des Meeres noch einmal einatmen, der letzte Greek-Kaffee, der letzte Cafe Frappé, der letzte frische Orangensaft … meine lieben Kykladen ich komme wieder ganz
sicher, denn ich
liebe euch.






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