Amorgos
Ein Zusatz zu gestern
Abend:
Den Sonnenuntergang von
Tholiaria zu verschweigen wäre ein Verheimlichen eines wunderbaren Erlebnisses.
Das Tor der Ekklisia Agii Anargyri stand den Betenden weit offen. Der Respekt
der Religion verbot es mir mit langer Hose und langärmeliger Bluse das Haus zu
betreten. Ich nahm Platz an der Stufe zum Eingang und lauschte dem Gesang der
Psalmen. Eine tiefe männliche Stimme füllte den Innenraum mit meditativen
Klängen. Die Worte waren mir fremd und trotzdem erfüllten sie mich mit
Zufriedenheit.
Mein langsamer Schritt durch
den Ort zeigte mir das Leben in Tholiaria. Eine Katze macht in der Abendsonne
ein Nickerchen, eine alte Frau geht auf ein Schwätzchen zur Nachbarin, ein
alter Mann an seiner offenen Tür beobachtet die Fremden, ein Esel und ein
Maultier warten vor einem Kafenion auf das Herrchen, wobei das Maultier immer
wieder stumpfe Laute der Ungeduld schrie.
Die Sonne geht, die
Dunkelheit kommt und Frieden bettet sich.
Abendessen eine Fischsuppe
Eine große Schale Suppe und ein Teller mit Fisch und Gemüse extra. Die Geschmacksnerven wurden mit Poesie genährt. Die verschiedenen Fischstücke jeder für sich ein Gedicht. Ich wusste nicht was mich erwartet und das war gut so, hätte ich nicht in dieser Form bestellt.
Da läuft mir das Wasser im Mund zusammen bei so viel guten Sachen.
AntwortenLöschen... glaube ich dir. Ich kann doch mal wieder für mein Brüderchen kochen, oder?
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