Mit Angst und Bauchweh wurde
der Zettel mit den Wunschterminen und Wunschzeiten im Fähren-Ticket-Office
abgegeben. Der Mann mit dichtem Bart hämmert in seine Tastatur, murmelt vor
sich hin, druckt aus und sagt: „186,-- Euro“. Nein, es ist vollbracht. Ich
halte die Tickets in der Hand, kontrolliere Datum und Uhrzeit, zahle und gehe.
Aber was ist schon sicher. Sicher ist der Tod. Es ist noch immer spannend.
Am Nachmittag besuchte ich
die zwei schlafenden Jünglingsstatuen. Einer von ihnen ruht im Schatten der
Bäume und scheint ein verwunschener Prinz zu sein. Wachküssen war nicht
möglich, ohne Gesicht keine Lippen und ohne Lippen kein Küssen. Der
Paradiesgarten einer alten Griechin ließ auch mich im Schatten ruhen. Ein
Stamperl Kitro gab mir Kraft um den zweiten Kouros zu suchen.
Ein Fußmarsch geschützt
durch dichte hohe Bäume mit Musik des Blätterrauschens begleitet. Ja, es gibt
auch dichte Bepflanzung auf den Kykladen wenn eine Quelle das Zauberelixier
Wasser an die umliegende Erde verschenkt. Eine Abzweigung lenkte mich zu einem
schlecht erhaltenen, ehemals beschilderten, sehr steinigen, kargen und von der
erbarmungslosen Sonne beschienen Weg.
Ich habe ihn gefunden, den Jüngling. Er
wurde zurückgelassen schon vor 2500 Jahren, wie sein Bruder und alles nur wegen
eines gebrochenen Beines. Damals waren die Bedingungen sehr hart und ohne
Erbarmen.
Die Grillen sangen mir ins
Ohr, dass die beiden eines Tages aufwachen werden um die Insel zu beherrschen.
Viel Spass kann ich wünschen, denn seit den paar verschlafenen Jahren hat sich
die Erde kaum weitergedreht.

Genau dieses macht das Reisen interessant und abenteuerlich; man weiß nicht genau wo und wann man ankommt. Bussale
AntwortenLöschenAuf den Fähren werden die Inselnamen auf oft anders ausgesprochen, als ich sie ausspreche wie z.B. Schinoussa nicht mit SCH sondern Skinoussa. Bei den Durchsagen an Bord weiß ich nie so genau ob ich nun schon da bin oder nich.
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